Bei meinem Jahresrückblick 2025 kann ich nur sagen, mein Jahr spielte sich ab zwischen Reisen in viele spanisch sprachige Länder, neuen wunderbaren Sänger:innen, die zu mir kamen und meiner eigenen Stimme. So viele berührende Momente und neue Business Einsichten, mit denen ich so nicht gerechnet habe. Wie viel doch in ein einziges Jahr hineinpasst. Was für ein reiches Jahr. Ich kann eigentlich nur sagen: WOW, was für ein JA!
Meine Reisen werden fast zur Normalität. Und ich bin so unendlich dankbar, dass ich mein Wissen über die Stimme und das Nervensystem in alle möglichen Länder tragen darf.
Ich möchte dich mit auf die Reise nehmen Nach Chile, nach Barcelona, nach Buenos Aires und noch einiges mehr. Lass sehr gern einen Kommentar da, wenn dir danach ist. Ich freue mich sehr über Austausch.
Viel Freude beim Lesen, Hilkea
Januar – Puh, das Nervensystem ist komplex
Im Januar habe ich mir eine Auszeit auf Lanzarote gegönnt. Ich wollte der Kälte und Dunkelheit in Deutschland entfliehen, da bin ich ganz ehrlich. Und ich brauchte Ruhe, um an meinem Buch weiter zu schreiben. Dieser Prozess dauert nun schon ein paar Jahre und ich brauche nach wie vor Klarheit, für wen ich genau was schreiben möchte. Denn es hat sich über die Jahre so viel Wissen gesammelt, was in die Welt möchte.
Du möchtest mehr über meinen Schreibprozess und kleine Ausschnitte aus meinem Buch lesen? Dabei auch noch hübsche Bilder aus Lanzarote sehen? Dann schaue in meinen Blogartikel „Schreib-Retreat Stimme und Nervensystem“.

Ich kann nach diesen drei Wochen vor allem sagen, dass ich mit Lanzarote einen Herzensplatz gefunden habe, an den ich bestimmt noch oft zurückkehren werde.
Februar – Zum 7. Mal Argentinien in der Pfalz
Der Februar war wieder, wie schon seit 7 Jahren der internationalen Ausbildung für Gesangspädagog:innen der Rabine-Methode gewidmet. Auch dieses Jahr war jemand aus dem Kolleg:innenteam krank, so dass ich nicht umhin kam, wieder kurzfristig einspringen zu müssen. Die Ausbildungsgruppe besteht wieder zu 99,9% aus Argentinier:innen, so dass auch mein Spanisch weiter wachsen durfte.
Diese Zeit ist immer unglaublich intensiv für uns alle. Denn es gibt nichts Anderes als drei Wochen lang singen und lernen. Und gerade das Singen holt so viele tiefe persönliche Prozesse hoch. So war es auch dieses Mal. Ich war am Ende wieder unglaublich berührt, wusste aber auch, was ich getan hatte. Und was soll ich sagen? Ich LIEBE diese intensive Zeit im Jahr.

Mehr über diese Zeit verrät dir mein Blick hinter die Kulissen der internationalen Ausbildung in der Rabine-Methode.
März – Es war nichts los
Im März war nichts Besonderes, außer dass ich:
- 36 Gesangsstunden gegeben habe, davon etliche in Berlin statt Hannover,
- 1 unglaubliche Aufführung von 10 Jahre Grimm in Berlin gesehen habe. Danke an Friederike für die Karte durch insider Kontakte in letzter Minute
- 1 Vier-Wochenbetakurs über die Kieferöffnung gemacht habe.
- Mentorin in Sigruns Kickstart gewesen bin,
- das Einsteiger Seminar über Kieferöffnung in Englisch für die spanisch sprechende Community als unser 1. Launch Event zur Online Ausbildung „Claves de la voz cantanda“ gegeben habe,
- meine erste Piazolla Oper „Maria de Buenos Aires“ gesehen habe,
- den Basis Kurs in Logosynthese gemacht habe bei Corinne Suter
- Ein Ausbildungswochenende für die Rabine-Methode mit Faszien Praxis und Theorie geleitet habe
- und zu guter Letzt mein Markencoaching bei Monika Frauendorfer begonnen habe.
Wie gesagt, im März war echt nichts los. Deshalb gibt es auch keinen separaten Blick hinter die Kulissen, denn was soll man schon schreiben, wenn nichts los war. 😉

April – Monat der extremen Emotionen
Ganz ehrlich? Wie ich den Monat April gewuppt habe, vor allem emotional, weiß ich mit dem Abstand von ein paar Monaten jetzt selbst nicht mehr. Denn Freud und Leid und Überforderung lagen unglaublich dicht beieinander, ja teilweise übereinander.
Am 6.4., dem Tag als mein Vater gestorben ist, gab ich am Abend noch den kostenlosen Launch Event für die spanisch sprechende Community. Verlegen wollte ich nicht, denn es hatten sich über 1000 Sänger:innen angemeldet. Und es tat gut, all die Liebe, die ich für meinen Vater und seinen friedlichen Sterbeprozess hatte, in mein Unterrichten zu geben. Ich fühlte mich stark mit mir und den Menschen verbunden.
Manchmal lässt uns ein solches Ereignis vielleicht echter sein als wir es sonst jemals können, ich weiß es nicht genau. Es war mir sogar möglich auf seiner Trauerfeier ein Ave verum zu singen. Und es war unglaublich schön, zu singen und mich selbst zu hören, wie ich es mit aller Hingabe für ihn tat.
Und jetzt Ende Dezember, beim Schreiben kommen mir die Tränen, wenn ich sein Bild sehe. Ja, der ganze Prozess war stimmig und ich hätte es ihm fast nicht besser wünschen können, aber ich kann heute und hier nur sagen: Vati, du fehlst mir sehr. Dich nie wieder zu sehen, dein verschmitztes Lachen, all das vermisse ich unglaublich. Und gleichzeitig, wie schön, dass wir so viel intensive Lebenszeit miteinander gelebt haben. ❤️

Kontrastprogramm Hamburger Stimmsymposium
Und eine Woche später dann mein allererster Fachvortrag in Hamburg auf dem Hamburger Stimmsymposium und weitere Seminare an den Wochenenden, die schon so lange geplant waren. Dem Hamburger Stimmsymposium 2025 habe ich einen ganz eigenen Blogartikel gewidmet.
Und die Übungen und Ideen des Workshops, den ich gegeben habe, habe ich einige Zeit später in den Selbstlernkurs „Die 5 Schutzebenen der Stimme – mit dem Nervensystem auf Du und Du“ verwandelt, denn es gab so viele Rückmeldungen über die Wirksamkeit und vor allem, wie gut es sich anfühlte. Ich selbst war so berührt vom Klang der über 100 Sänger:innen und Stimmtherapeut:innen, dass ich es absolut lohnend finde, das Wissen und die Erfahrung mehr Menschen zugänglich zu machen.
Im Blick hinter die Kulissen für den April findest du noch mehr über mein Leben in dieser Zeit.
Mai – Es wird gefeiert
Langsam zieht wieder Leichtigkeit ein. Meine Mutter wird 90, mein Neffe heiratet, eine neue Gruppe am Rabine-Institut geht in die Ausbildung, mein 12-Wochenkurs, die Nervenstarke Stimme startet.
Wenn ich nun nochmal in meinen Blick hinter die Kulissen für Mai schaue, da war doch wieder einiges los. Schau doch gern selbst in den wunderschönen Monat Mai hinein.
Juni – ein neues Präsenz Projekt für Buenos Aires ist geboren
Auch der Juni hielt wieder ein bekanntes Projekt für mich bereit. Das vielberühmte SATZ Projekt (Sozial Assisten:innen Tanzen Zusammen). 120-150 Schüler:innen haben 8 Tage Zeit, ein Stück auf die Bühne zu bringen. Und ich wie jedes Jahr, seit nunmehr 13 Jahren zuständig für die Gruppe, die singen möchte. Stimmbildung vom feinsten, 4-5 Stücke auswendig lernen, ansprechende Bühnenperformance erarbeiten, mit den Solist:innen arbeiten, mit der Band arbeiten, Bühneaufstellung proben, anfeuern, in den A… treten, toi, toi, toi und dann ist es schon soweit.
Mehr über das SATZ Projekt mit Bildern und genauen Beschreibungen gefällig? Hier entlang zum Blick hinter die Kulissen im Juni.
Aber ich wäre nicht Hilkea, wenn das schon alles gewesen wäre. Treffen mit meiner Kollegin Macarena Robledo aus Uruguay in Hannover war ein weiterer Höhepunkt. Wir haben an einem neuen Projekt für Buenos Aires gearbeitet. Und jetzt zum Ende des Jahres kann ich sagen: Es wird stattfinden. Die Planung war im Juni und im November als ich dort war, haben wir die Location im Stadtteil San Telmo besichtigt und für gut befunden. Den Pre-Launch hatten wir gerade in der letzten Wochen und wir haben schon 11 Bewerbungen für unsere 2-jährige Fortbildung. Die Sänger:innen bewerben sich für die 18 zur Verfügung stehenden Plätze, denn wir möchten eine hochkarätige Gruppe haben, mit denen wir wirklich in die Tiefe gehen können.

Es wird um Zusammenhänge von Stimme, Nervensystem und Musik auf der Bühne gehen. Ich komme meinem Herzensthema immer näher.
Und auch der Aufenthalt in Buenos Aires im November hat mir wieder gezeigt, dass ich es einfach liebe, mit diesen Menschen, mit diesen Sänger:innen zusammenzuarbeiten. Ich bin mit meinem Spanisch weiter am Lernen, so dass ich 2026 im November, wenn der Prozess startet noch viel mehr in der Lage bin, auch persönlich zu kommunizieren.
Juli – Musik ist sinnlich, mit allen Sinnen
Was ich von Jacob Collier gelernt habe
Der Juli begann am 1. mit einem sehr eindrücklichen Konzert. Ich war in Wiesbaden bei Jacob Collier.
Und für mich war es eintauchen in die Musik, im Sein ankommen. Etwas, was mir selber beim Musikmachen oft so schwer gefallen ist.
Diese Musik von ihm, einerseits scheint sie poppig – jedenfalls in diesem Konzert – und auf der anderen Seite ist sie so besonders. Der Sound der Gitarre, der unglaubliche groove von ihm und der gesamten Band. Die Akkorde, immer wieder zwischendrin total überraschend, die Mehrstimmigkeit. Und die Fan-Gemeinde weiß genau, wie man mehrstimmig mitsingen kann.
Ich stand mit meinen nackten Füßen auf dem Rasen, ließ mich von der Musik bewegen, innerlich und äußerlich, ließ mich überraschen von tollen Akkordwendungen, wegtragen von der Performance, sang mit, obwohl ich die Stücke noch gar nicht kannte.
Was ist lernte? Musik ist sinnlich, sie berührt mich, wenn der ganze Körper beteiligt sein darf, Herz, Becken und Kopf.
Was mir in der Oper fehlt
Die Körperlichkeit fehlt mir oft in der Oper. Wenn ich dort mitgehe, dann komme ich mir immer vor wie ein Alien neben all den gutangezogenen, sich einigermaßen benehmenden Operngästen. Die einzigen Geräusche sind oft das Husten an den unpassenden Stellen. Niemand wippt mit dem Fuß, wiegt sich im Oberkörper, geschweige denn steht auf und tanzt. 😂
Dabei lädt mich auch die Oper manchmal ein, mich zu dieser Musik zu bewegen. Können wir das nicht wieder einführen, bitte? Nicht immer mehr abgedrehte Inszenierungen, die kaum einer versteht, der nicht mindestens ein Werkstattgespräch mit dem Regisseur / der Regisseurin erlebt hat, sondern musikalisch-körperlich-sinnliches Erleben von Musik. Da wäre ich sofort dabei. Tanzen, Becken kreisen und schlängeln in der Oper, ja bitte. Also ich kann das bei Monteverdi, Mozart, Puccini, Verdi, ja sogar bei Wagner.
Chanson Workshop zum 4. Mal in Marburg
Und dann kam neben dem ganz gewöhnlichen Wahnsinn noch der tolle Chanson-Workshop, den ich alle zwei Jahre mit meiner Kollegin Ulla Keller gebe. 4 Tage mit 12 Sänger:innen an verschiedenen Stücken arbeiten und am Ende die Aufführung. Es war unser 4. Durchgang und wir waren am Ende wieder sehr berührt, haben viel gelacht und freuen uns auf ein nächstes Mal. Und natürlich macht Arbeit hungrig. 😉

Meine eigene Stimme dies Jahr wieder im Fokus
Und die letzte Woche verbrachte ich am Tegernsee. Ich nahm nach Jahren mal wieder selbst Unterricht. Diesmal bei meinem Kollegen vom Rabine-Institut. Gleichzeitig hospitierte ich die ganze Woche, denn es gibt noch so viel, was in der Rabine-Methode gelernt werden kann. Und ich war endlich auch wieder bereit mich meiner eigenen Stimme zu stellen.
Es war so viel Arbeit gewesen die letzten Jahre, dass ich kaum noch zum selber singen kam. Und dann waren da auch noch die Wechseljahre, die mich mit meiner Stimme so gebeutelt haben. Zum Schluss habe ich mich meiner Stimme fast nur noch geschämt, traute mich kaum mehr in Kursen etwas vorzusingen, weil ich solche Sorge hatte, dass die Menschen denken: Was will sie mir denn beibringen, wenn sie SO singt. Mein Asthma war nach einer fiesen Erkältung so schlimm wie lange nicht mehr, ich war so verschleimt, dass ich zeitweise dachte, die Stimme sei nun völlig kaputt. Und in diesem Zustand vertraute ich mich meinem Kollegen an.
Und dieser Prozess überraschte und berührte mich tief. Nicht nur, dass ich meine Stimme wiederfand, alle meine Zweifel zertreut waren, was die Gesundheit meiner Stimme anging. Ich lernte auch neue Dinge, die ich bisher so noch nicht erleben durfte.
Was für ein Geschenk auf einmal zu merken, wie die Arbeit, die ich mit mir und meinem Nervensystem über lange Zeit gemacht hatte nun auch hier wieder wirksam werden konnte. Ich lernte in einer Geschwindigkeit neue Dinge, die meinen Lehrer und mich überraschte. Ich war mal wieder tief bewegt von meiner Stimme. All die Jahre, die ich vor allem unterrichtet hatte; all die Jahre, die ich gedacht hatte, ich sei nicht gut genug als Sängerin; all die Jahre, die ich überhaupt an mir gezweifelt hatte, durften sich langsam in diesem Prozess mit meiner Stimme auflösen.
Mein Unterrichten änderte sich zum wiederholten Mal, mein Verständnis für die Zusammenhänge von Physiologie der Stimme, Nervensystem, Psyche und Persönlichkeit durften sich durch die eigene Erfahrung vertiefen.
Und die Erfahrung ist noch lange nicht abgeschlossen. Im Oktober und November ging die Resei weiter und für mich ist sehr klar, dass ich auch 2026 weitermachen werde. Ich bin unglaublich gespannt, was noch alles mit meiner Stimme möglich ist.

August – Fleiß, Ferien, Füssen
Zuerst leitete ich die Blogdekade in der The content society – meine Homebase für das Schreiben mit Judith Peters. Und sie war ein echter Durchbruch für mich. Denn ich schrieb 8 Expertinnenartikel, teilweise über die Stimme und das Nervensystem in 10 Tagen. Meine Schreibblockade, gerade auch für Fachartikel war damit definitiv zu Ende. Alle anderen Artikel, die ich bis Ende des Jahres NOCHT NICHT geschrieben habe, waren anderen Dingen geschuldet.
Und dann waren endlich wirklich FERIEN. Yes, in Füssen. Denn im August hat mein Sohn Geburtstag und mein Ex-Mann und ich sind dann immer gemeinsam hier. Wir hatten eine so unglaublich schöne Zeit. An den Seen, mit unseren Kindern und Enkeln. Ich habe es einfach nur geliebt, habe Energie und Liebe getankt für die 2. Jahreshälfte, die mich wieder von einer Reise zur nächsten führen würde.
Wow, drei Monate in 5 verschiedenen Orten im europäischen und außereuropäischen Ausland. Ich hatte etwas Angst und ich habe es geliebt. Ich war aufgeregt, ich habe mich gefreut und am Ende kann ich sagen: Es war großartig!! Mehr davon. Ja!
Doch nun der Reihe nach.

September in Barcelona
Der September war wieder Barcelona gewidmet. Ich habe es einmal mehr geliebt, dort zu sein. Mein Spanisch wird besser. Lies gern mehr darüber in meinem Blick hinter die Kulissen vom September.
Hier ein kleiner Anfang, denn wo immer ich bin in der Welt, Kunst, in welcher Form auch immer lässt mich häufig staunend und berührt zurück:
Ein heiliger Moment: Ich stehe im Palau de la Música Catalana und schaue noch oben. Wow, Kunst, ob Architektur oder Musik kann so unglaubliche Schönheit erschaffen. Wir Menschen haben schon so viel Schönheit erschaffen, warum schaffen wir es nicht, im Frieden zu leben?
Diese großen Lebens- und Menschheitsthemen erwischen mich immer mal, wenn ich Musik hören, Schönheit in Architektur oder Museen sehen oder ganz einfach in einem Studio mit Sänger:innen arbeiten darf und Stimmen höre.
Aus meinem „Blick hinter die Kulissen im September“

Oktober – Österreich, Chile, Buenos Aires
Nach kurzer Pause in Hannover ging es in die Pfalz zu einem weiteren Treffen mit dem wunderbaren Prof. Winfried Neuhuber. Viele der Erkenntnisse, die Neurowissenschaften betreffend, die ich von ihm bekomme, wirst du in meinem Buch finden, das immer noch am Entstehen ist.
Aus der Pfalz ging es direkt nach Österreich ins wunderschöne Montafon. Treffen mit Online Business Frauen zum Austausch und zum Chillen. Kurzer Stop in Hannover, Koffer umpacken, waschen und jetzt wurde es spannend.
Auf nach Chile, zum ersten Mal und der Flug war überbucht!!! Scheiße, keine Sicherheit, ob ich mitkomme. Aber ich konnte relativ ruhig bleiben und es hat sich alles gefügt. In Frankfurt kein Problem und in Bogotá, wo ich umsteigen musste, konnte ich meine Spanisch Kenntnisse gleich testen, denn sie konnten keine Englisch, am Flughafen. Okay, ich war stolz und die Damen hinter dem Tresen erleichtert, als ich mit Spanisch um die Ecke kam. So landete ich dann am frühen Morgen in Santiago.
Über die gesamte Zeit liest du gern weiter in meinem Blick hinter die Kulissen im Oktober. Ich ende in dem zitierten Blick mit Worten, die mir viel bedeuten und über die ich mir immer wieder Gedanken mache. Denn ich erlebe meine Stimmarbeit als politisch, als transformierend, als Friedensarbeit. Und immer wieder, wenn ich im Flieger sitze kommen mir solche Gedanken:
Als wir am Vormittag über die Alpen oder die Pyrenäen fliegen – ich bin ganz mies in Geografie – werde ich wieder von diesem großen Gefühl des Staunens getroffen. Ich muss nicht einmal zum Mond fliegen und die gesamte Erde sehen, um die Schönheit zu finden. Und immer wieder die Frage: Warum können wir Menschen es nicht schaffen, angesichts einer solchen Schönheit und Erhabenheit mit mehr Mitgefühl füreinander und unsere Erde zu leben? Was macht uns zu solchen Raubtieren, die schlimmer sind als jeder Löwe und jeder Hai? Was in uns ist es, das wir diese Erde systematisch zerstören und unsere Mitmenschen bestialisch ermorden? Den Reichtum so ungleich verteilen und den Hals nie voll genug bekommen?
Und kann Kultur, kann Gesang, kann Stimme, kann Mitgefühl dabei wirklich helfen? Sind wir Kulturschaffenden wichtig in diesem Prozess? Was können wir beitragen mit unserer Empfindsamkeit, unserem Gefühl, unserer universellen Sprache von Stimme, Bildern, Tanz und den poetischen Worten?
Ein Zitat der brasilianischen Dichterin Clarice Lispector macht so deutlich, wie ich fühle:
El arte no es pureza, es purificación. El arte no es libertad, es liberación.
(Auf Deutsch würde es in etwa bedeuten: „Die Kunst ist nicht Reinheit, sie ist Reinigung.
Die Kunst ist nicht Freiheit, sie ist Befreiung.“)

Von Chile ging es nach Buenos Aires. Auch darüber schreibe ich meinem Oktober-Blick. Wie immer eine sehr intensive Zeit wenn ich dort bin.
November – Mein Mindset Shift auf Fuerteventura
Und dann war schon November. Kaum zu Hause ging es am nächsten Tag wieder zurück in die Pfalz. Abschluss der Ausbildungsgruppe 19 am Rabine-Institut. Die Abschlüsse liebe ich. Denn sie zeigen mir so deutlich, was alles in 4 Jahren der Arbeit mit der Rabine-Methode möglich ist. Wie viel stimmliche und persönliche Veränderung stattfinden kann. Und am meisten liebe ich die Stelle im allerletzten Vortrag, wo ich etwas aus Eugen Rabines Grundgedanken rezitiere. Es enthält so viele kluge Sätze, die ich mittlerweile durch über 30 Jahre Erfahrung als Sängerin und Pädagogin so tief erlebt habe:
Ein Sänger zu werden verlangt, das eigene Leben zu leben.
Das Leben zu leben verlangt, sich selbst kennenzulernen.
Sich selbst kennenzulernen verlangt, eine eigene wahre Disziplin zu entwickeln.
Eugen Rabine
Workation in Fuerteventura – Was für ein Luxus
Aber damit war der November noch lange nicht vorbei. Denn aus der Pfalz flog ich direkt nach Fuerteventura. Eine weitere Workation mit Business Frauen erwartete mich. Unter der Leitung von Tanja Lenke von She-preneur ging es 5 Tage rein ums Business. Zu Anfang war ich erst einmal komplett eingeschüchtert. So viel Jahresumsatz, so tolle Business‘, all meine Zweifel kamen hoch und legten sich um mich wie der tödliche Mantel um Herakles. Glücklicherweise hatte ich ein Gegengift und das war meine Rolle, die ich häufig in solchen Gruppen einsetze. Denn im Grunde sind viele fasziniert von meinen Geschichten und dem, was, wo und mit wem ich arbeite. Und das war so schön, das wieder gespiegelt zu bekommen, wie gut und interessant meine Arbeit ist. Und ich sehe es auch in diesem Jahresrückblick. Ich kann die Augen nicht mehr davor verschließen, wenn ich es laut ausspreche, wenn ich es hier Schwarz auf Weiß auf meiner Webseite sehe und lese. Und es auch andere sehen und lesen. Erfolge öffentlich zu machen, zu teilen, meine Geschichte(n) zu erzählen, ist wie das Licht in der Dunkelheit. Die Dunkelheit hat gegen das Licht einfach keine Chance.
Ich verbrachte 5 unglaubliche Tage mit 20 großartigen Frauen. Wir unterstützten uns, halfen uns, erzählten von Erfolgen und Misserfolgen. Lachten, meditierten, aßen, sprachen und weinten auch manchmal miteinander. Es war so unterstützend. Es machte mir den Gedanken von Sisterhood und Netzwerk noch einmal so wahrhaftig deutlich.
Die 5 Tage wurden gekrönt von einem ruhigen, tollen und wunderschönen Abend mit Simone Abelmann in der Nähe von Pared am Meer. Ich hatte das Gefühl, dass mein Business durch diese Begegnungen in 2026 nicht mehr das Gleiche sein wird wie in den Jahren davor.

Sie legten übrigens den ersten Stein, ohne es zu wissen, dass ich anfing darüber nachzudenken, meine Zielgruppe zu erweitern. Es gab so viele Nachfragen in Bezug auf Stimme, Sprechstimme, Nervensystem, so dass ich mehr und mehr Lust bekam, mich auch mit Sprechen mehr zu befassen und Angebote in diese Richtung zu machen. Meinen ersten Blogartikel in diese Richtung habe ich geschrieben: Wie Stimme und Nervensystem deine Wirkung bestimmen.
Die Seele darf folgen auf Lanzarote
Von Fuerteventura ging es mit der Fähre rüber nach Lanzarote, um dort noch eine Woche ganz mit mir zu sein. Meine Herzensinsel tat mir sehr gut. Ich habe eine Gesangsstunde gegeben, bin mit Liz und ein paar Frauen gewandert und habe wieder Orte aufgesucht, die mir gut tun: Das Jameos del agua und die Fundación Cesár Manrique, habe von oben auf die Insel La graciosa geschaut, habe auch vom Mirador del Rio auf La Graciosa geschaut.

Ich hatte Zeit meine ganzen Reisen zu verdauen und bei mir anzukommen, bevor es dann zum letzten Monat im Jahr zurück nach Hannover für die Adventszeit ging.
Dezember – Adventskalender
Der Dezember war geprägt durch meinen Adventskalender, den ich dieses Jahr zum 3. Mal in Folge für meine Community gemacht habe. Die meisten Videos waren schon da, aber jedes Jahr habe ich neue wunderbare Frauen, mit denen ich meine Glühweintalks veranstalte. Ich werde über das Jahr diese Talks auf meinen YouTube Kanal stellen, denn die Gespräche sind zeitlos.
Und danach gingen die Vorbereitungen weiter, denn im Januar kommt ein Workshop für Stimme unter dem Titel: Warum Gesangstechnik nicht greift. Denn auch die Rückmeldungen zum Adventskalender 2025 gingen wieder in die Richtung, dass viele Sänger:innen mehr Klarheit darüber gefunden haben, wie ihre Stimme klangvoller, mit weniger Druck, emotionaler und stabiler werden kann. Die Höhe soll leichter und runder werden.
Rückmeldungen und Workshop
Und ganz krass sind übrigens immer wieder Rückmeldungen von Sänger:innen, mit denen ich arbeite, wenn sie mir sagen: Eigentlich weiß ich gar nicht wirklich, was ich tue. Wenn ich Glück habe funktioniert meine Intuition, aber ich bin schon mein ganzes sängerisches Leben unsicher, wie ich das eigentlich machen soll.
Dich interessiert das Thema und du möchtest dabei sein? Einfach auf das Bild klicken und dann kannst du dich informieren und anmelden:

Ich gebe zu, dass mich das immer wieder schockt und traurig macht. Umso schöner, wenn dann Feedback zum Adventskalender kommt, was so ist: „Ich habe die Kieferöffnung wieder im Fokus und achte bewußt bei jeder Einatmung auf die Lösung und den Kontakt mit mir selbst.Das entspannt auch mein Nervensystem.“
Oder auch zu mir persönlich: Deine Überzeugung, keine Show, das was du sagst, lebst, spürst, das BIST du.
Und genau deshalb gibt es den Workshop und danach wieder einen 4-Wochenkurs. Denn ich möchte so gern, dass jeder Sänger / jede Sängerin weiß, wie sie mit ihrer Stimme umgehen kann. Denn es ist weder Raketenwissenschaft, noch geheime Mystik, noch Uralt-Technik von Anno Schnuff, wo man mittlerweile einfach weiß, dass das nicht funktioniert. Jedenfalls, wenn man sich mit dem menschlichen Körper auskennt.
Winter in Füssen
Schließlich endete mein Dezember dort, wo er fast jedes Jahr endet: in Füssen bei meinem Sohn, der hier wohnt. Und dieses Jahr war es saukalt hier und es lag Schnee. Ja, genau so soll doch ein Winter sein.

Dies Jahr durfte ich meinen Sohn wieder mal in einer Aufführung erleben, wo er in verschiedenen Bands spielte. Sowohl Schlagzeug, als auch Gitarre und auch an den Tasten. Ich gebe zu, dass ich total stolz auf ihn bin. Er ist einfach in seiner Seele ein Musiker.
Und für mich ist Musik machen, selber ein Instrument spielen etwas, von dem ich glaube, dass wir uns selbst wunderbar entwickeln können, das Gehirn bekommt andere Strukturen, die uns mehr dazu befähigen empathischer und auch klüger zu werden.
Vielleicht sollten die Diktatoren dieser Welt, die uns momentan so viel Kopfzerbrechen machen, anfangen Geige spielen zu lernen und gemeinsam in einem Orchester musizieren.
Oder ihre Aggressionen in einer Band mit richtig fiesen E-Gitarren Riffs in Vollverzerrung herauszulassen.
Haltet mich für naiv, wenn ihr möchtet. Aber ich glaube, wenn mehr Menschen mehr Musik machen würden, wäre die Welt ein besserer Ort.
Was mich und dich 2026 erwartet
Ich werde nochmal das Thema Fokus in den Fokus nehmen. In einen Workshop mit Erika Magyarosi wurde mir sehr krass bewusst, dass es eine tolle Qualität ist, wunderbare, kreative Ideen zu haben, dass aber wahre Meisterschaft im Abschluss all der Projekte liegt, die ich mir vorgenommen habe. Ich gebe zu, diesen Aspekt habe ich viel zu oft vernachlässigt und mich immer wieder auf meinen tollen Ideen ausgeruht. Aber ich merke schon lange, dass ich damit nicht zufrieden bin, weil der Output nicht das ist, was ich möchte. So wird mein 2026 mit dem Thema Zu Ende bringen starten. Ich bin gespannt und aufgeregt und ICH HABE ANGST. Das soll eine gute Mischung sein. Denn Komfortzone allein, immer auf der Suche nach der Sicherheit kann auch ohne dass wir es merken in Bequemlichkeit übergehen und das ist definitiv nicht damit gemeint.
Mehr Kontoversen, mehr Austausch, mehr Rants in 2026
Ich werde mich in meinen Blogartikeln viel mit kontroversen Themen beschäftigen. Mein Mut-Muskel hat dies Jahr zugenommen und das möchte ich auch schreibend ausdrücken und mich so zeigen. Denn manchmal bin ich einfach wütend: Darauf wie junge Sänger:innen im Studium und auf der Bühne behandelt werden, darauf, dass immer noch so viel technischer Unsinn bei jungen Sänger:innen kursiert und sie einfach verwirrt sind, was ihre Stimme angeht. Vieles davon müsste nicht sein.
Ich möchte also nicht mehr Everybodies Darling sein – naja, so richtig war ich es nie, aber ich wollte es viel zu oft sein – sondern mehr ein weises Enfant terrible. Gibt es das? Ja, weil es mich gibt. 😉 Das bedeutet: mehr Rants und dies Mal nicht nur persönlich, sondern auch fachlich.
Ich bin sehr glücklich, dass ich in 2026 auf dem BDG Kongress einen Workshop zum Thema Kommunikation im Gesangsunterricht halten darf. Ich freue mich sehr darauf und bin glücklich über Austausch.
Im Sommer werde ich auf der EuroVox in Luzern sein. Da treffe ich eine alte Freundin aus Frauen-Tantra-Zeiten wieder und werde auch hoffentlich ein wenig wandern am Vierwaldstetter See gehen.
Die Arbeit im Ausland wird fortgesetzt. Mit meiner Kollegin Macarena Robledo ist eine 2-jährige Präsenzfortbildung in Buenos Aires geplant. Und auch Barcelona steht wieder auf meinem Plan.
Ich gehe mal davon aus, dass auch 2026 wieder eine Wow-Jahr werden könnte. Ich schaue trotz allem positiv in die Welt und bin sehr gespannt, was ich in einem Jahr schreibe.
Meine Wünsche für das kommende Jahr? Mehr Frieden, mehr Mitgefühl und vor allem mehr Musik.

4 Gedanken zu „Jahresrückblick 2025 – Als ob mein Leben jedes Jahr neu beginnt“
Wie schön. Es ist fast so, als würde man die Reise durch dein Jahr noch einmal miterleben. Was für schöne Momente und wie viel du rumgekommen bist in diesem einen Jahr!
Wow. Was für ein Jahr! Gut, dass du es schreibend reflektieren kannst, liebe Hilkea.
Auf der Beerdigung für den eigenen Vater zu singen finde ich unglaublich! Ich kann schon kaum im Chor auf Beerdigungen singen. Um so schöner, dass du die Emotion halten und sogar ausdrücken kannst.
Sehr herzliche Grüße und alles, alles Gute du wunderbare Frau!
Korina
Liebe Hilkea, was für ein Jahr!
So schöne Reisen und so viele Meilensteine.
Ich finde dein Bild aus Marburg supercool und das entspannte Titelbild ist ebenfalls klasse! Wir fahren übrigens diesen Sommer nach Füssen, „Ferienwohnung Sissi“ ich freu mich schon!
Dein Verlust tut mir sehr leid. Die Entscheidung, keine Verschiebung vorzunehmen, war bestimmt nicht leicht. So schön, dass du so tolle Erfahrungen machen konntest und die Entscheidung richtig war.
Ich wünsche uns allen, dass deine Wünsche für 2026 in Erfüllung gehen!
Liebe Grüße
Nicole
Liebe Hilkea, ja, sei ein weises enfant terrible! Ich freue mich so sehr an deiner Lebendigkeit, die strahlt auf deinen Reisefotos aus allen Poren 🙂
Liebe Grüße von Antje